BANKGUTHABEN SIND VERGÄNGLICH – HEUTE DA, MORGEN WEG

Gepostet am 20. Juli 2017 (Originalfassung auf Englisch)

von Egon von Greyerz

Nicht nur Papiergold ist Fake. Nur wenige Investoren wissen, dass die meisten ihrer Investments “fake” sind.

Fake News und Fake Vermögen gibt es überall. Zuallererst einmal in den über die meisten Teile der Welt verbreiteten Social Media: Facebook zum Beispiel hat 2 Milliarden aktive Nutzer, WhatsApp 1.2 Milliarden und Instagram 700 Millionen. Natürlich gibt es ziemlich viel Überlappung bei den verschiedenen sozialen Medien, aber sicher ist, dass diese drei Apps Milliarden Menschen erreichen und die Macht viel grösser ist, als die von allen anderen Medien. Soziale Medien haben mehr Einfluss als Zeitungen oder Fernsehen und sind die einzigen Medien, die von 2-3 Milliarden Menschen regelmässig konsumiert werden. Die meisten Menschen und besonders die Jüngeren schauen kein Fernsehen und lesen keine Zeitung. Sie bekommen alle ihre “Nachrichten” über soziale Medien.

Soziale Medien als Quelle für Fake News

Soziale Medien bedeuten sofortige Belohnung. Man schaltet etwas auf (einen “Post”) oder man sendet eine Nachricht und die Nachricht die zurückkommt oder die Anzahl der Reaktionen (“Gefällt mir”/“Like”) erzeugen Dopamin, das einen kurzzeitig glücklich macht. Aber wie ich an unseren vielen Enkelkindern sehe, sind soziale Medien auch eine perfekte Quelle für Fake News. Viele jungen Menschen, die soziale Medien nutzen werden so Empfänger von Fake News oder von Schickane. Soziale Medien eignen sich hervorragend für das Verbreiten von falschen Gerüchten die man nicht mehr so leicht wiederlegen kann. Trump’s Twitter-Konto ist noch so ein Beispiel für vermeintliche Fake News. Trump beschuldigt die Zeitungen und Fernsehstationen der Fake News und sie beschuldigen ihn desselben.

So ist die Welt, in der wir heute leben – eine Welt mit falschen Märkten, falschen Vermögen, falschen Werten, falschem Geld, falschen Menschen und falschen Nachrichten – Fake News.

Falsche Identität

Vor kurzem gab es einen interessanten Fall mit einer falschen Identität in Schweden. Dem Geschäftsführer der grössten Security-Firma in Schweden, Securitas, wurde im März die Identität gestohlen. Der Identitäts-Dieb nahm einen Kredit in unbekannter Höhe auf. Dieser Kredit wurde nicht zurückbezahlt und der “Fake-Geschäftsführer” von Securitas wurde am 10. Juli für zahlungsunfähig erklärt. Der echte Geschäftsführer der Firma war sich dessen gar nicht bewusst und er kämpft seither für die Wiederherstellung seines Rufs und um seine Position.

Wir leben heute in einer Welt in der alles elektronisch wird. Echte Menschen sind nicht mehr wichtig. Wir sind lediglich digitale Einträge in einer Datenbank.

Geld ist Fake

Das gleiche gilt für Geld. Heutiges Geld ist völlig Fake. Früher waren Silber oder Gold Zahlungsmittel. Um Handel zu vereinfachen wurde es mit Papier ersetzt auf einer eins zu eins Basis. Papiergeld repräsentierte einen echten Wert an Gütern und Dienstleistungen. Aber Banker und Regierungen merkten bald, dass sie sich mit Hilfe einer Reduktion des Edelmetall-Anteils in Münzen bereichern konnten. Sie scherten sich natürlich nicht darum, dass es sich um Betrug handelte und dass es den Wert des “echten” Geldes entwertete. Später wurde das gleiche mit Papiergeld gemacht. Als Papiergeld zum ersten mal eingeführt wurde, stand es für die Menge an Silber oder Gold, das von der Bank gehalten wurde. Schnell kamen die Regierungen und Banker darauf, dass sie durch das Hebeln des Silbers und des Goldes viel mehr Geld auf Kosten der Sparer und Kontoinhaber verdienen konnten. Und so begann das Schneeballsystem mit Fake Money und falschen Vermögen.

ETFs bestehen aus fingierten Vermögen

Heutzutage sind praktisch alle Vermögen und Verpflichtungen lediglich elektronische Einträge ,die die “echten” Werte um Faktor 10, 100 oder 1000 hochhebeln.

Geld ist um ein vielfaches gehebelt, Aktien sind ebenfalls gehebelt durch die Herausgabe von verschiedensten derivativen Instrumenten wie z.B. ETFs oder Futures, die angeblich das zugrundeliegende Instrument wiederspiegeln, im Endeffekt aber nichts anderes sind als ein elektronischer Eintrag mit nichts dahinter.

Da der weltweite Schulden-Stand mit allen ungedeckten Verbindlichkeiten und Derivaten über 2 Billiarden US Dollar beträgt, sollten ja auch die Vermögensgegenstände so viel wert sein. Aber weltweite Assets sind gerade einmal ein Bruchteil davon wert. Angeblich sind die weltweiten Assets 250 Billionen US Dollar wert, aber diese Blasen-Bewertungen werden implodieren sobal die Schulden und Verbindlichkeiten implodieren.

Bargeldloses Schweden

Da ich gerade einige Zeit in Schweden verbringe, erlebe ich auch die sogenannte “cashless society” – die bargeldlose Gesellschaft. An vielen Orten wird Bargeld nicht angenommen. Jeder will eine Kreditkarte oder eine elektronische Zahlung. Banken verlangen hohe Gebühren für jede Bargeldeinzahlung.

Geld kann per Knopfdruck verschwinden

Niemand merkt, dass ihr Geld nur ein elektronischer Eintrag ist, der in sekundenschnelle vom Staat abgestellt werden kann. Dies bedeutet, dass ihr Geld völlig verschwunden ist und nie mehr zurückkommen wird.

Regierungen und Zentralbanken führen gerade so ein System in den meisten westlichen Ländern ein. Menschen glauben, dass ihr Geld in der Bank sicher ist und merken nicht, dass elektronisches Geld nicht um der Bequemlichkeit willen eingeführt wird, sondern um Menschen davon abzubringen, Geld abzuheben, sobald stark hochgehebelte und zahlungsunfähige Banken kein Bargeld mehr haben. Jeder mit einem Bankkonto muss sich bewusst sein, dass eines Tages wenig oder kein Geld mehr in der Bank übrigsein wird. Die Geldautomaten/ATMs werden geschlossen sein und es wird kein Geld verfügbar sein. Dies ist eine elegante Lösung für die Insolvenz des Finanzsystems. Weder Papiergeld noch elektronisches Geld wird mehr da sein. Also gibt’s auch kein Geld zu besitzen.

Ab diesem Zeitpunkt werden Regierungen kein Geld mehr für Privatpersonen drucken, da es nicht mehr benutzt werden kann. Stattdessen werden sie Gutscheine für die Nutzung in Geschäften oder für andere Ausgaben drucken. Schon heute passiert dies in Ländern wie Zimbabwe.

Alternativ bekommen die Menschen die Erlaubnis, eine sehr begrenzte Menge ihres Guthabens jeden Monat auszugeben, so wie wir es z.B. in Argentinien gesehen haben.

Gleichzeitig wird natürlich ein gigantisches Gelddruckprogram aufgelegt werden, um das Finanzsystem zu retten, da alle Vermögenswerte implodieren. Nur sehr wenig von diesem Geld wird normale Menschen erreichen.

Die meisten Menschen sehen so ein Szenario als völlig unrealistisch und schlimmer als das jüngste Gericht an. Hoffen wir, es wird nie passieren. Aber was ich damit sagen will ist, dass die meisten Menschen, sobald sie Vermögen an Banken übergeben und damit ultimativ an den Staat, der die Banken kontrolliert, die Kontrolle über ihre Vermögensgegenstände völlig aufgegeben haben.

Es ist natürlich nicht nur Bargeld, das von so einem Schicksal heimgesucht werden wird sondern auch alle anderen Assets, die im Finanzsystem gehalten werden. Ob es nun Aktien, Anleihen oder sonst irgendwelche Wertpapiere in elektronischer Form sind.

Wir sind nun an einem Punkt angelangt, an dem die Welt nicht mehr an einer Kreuzung ist, sondern am Ende der Sackgasse. Aber keine Sackgasse aus der wir umkehren und zurückgehen könnten. Es ist eine Sackgasse, die als einzigen Ausweg den Sprung über die Klippe hat. Und es ist gut möglich, dass dies der Welt nun als nächstes blüht.

Der Weg dorthin liest sich wie der sichere Weg in die Katastrophe:

  1. Man nehme 18 Billionen US Dollar an Schulden von insolventen Zentralbanken auf, plus 300% seit 2006.
  2. Man füge sonstige Staatsschulden und Privatschulden hinzu um auf 230 Billionen US Dollar zu kommen, 60% mehr als 2006.
  3. Dazu fügt man die weltweiten ungedeckten Verbindlichkeiten und anderen Versprechen in Höhe von 270 Billionen hinzu um auf einen Gesamtbetrag von mindestens 500 Billionen USD zu kommen.
  4. Jetzt noch die Kleinigkeit von 1.5 Billiarden hinzugeben, was uns auf 2 Billiarden USD (oder mehr) bringt.
  5. Dann über 50 Jahren lang Budgetdefizite, wie die USA
  6. Weiter ist sicherzustellen, dass man immer mehr kauft als man verkaufen kann, um mehr als 40 Jahre lang Handelsdefizite auszuweisen, wie die USA und das Vereinigte Königreich.
  7. Dann drucke man Geld um für alle Staatsausgaben zu zahlen, so wie es Japan macht.
  8. Man kauft seine eigenen Schulden zurück, so wie es Japan, die USA, die EU und UK machen.
  9. Man wirtschafte sein Land und seine Währung herunter, bis die Währung den intrinsischen Wert von Null erreicht. Seit 1913 haben alle Währungen zwischen 97-99% an Wert verloren. Es fehlen nur noch 1-3% um Null zu erreichen.
  10. Man erlaube dem Finanzsystem unlimitierte Hebelung, damit eine verschwindend kleine Minderheit profitieren kann und brumme der Mehrheit die Schulden auf.
  11. Man manipuliere alle Märkte, um die Preisfindung völlig zu verunmöglichen.
  12. Man setze den Zinssatz auf Null oder Negativ, damit sich Staaten ohne Limite verschulden können.
  13. Man drücke den Preis von Gold herunter um das Missmanagement des Geldes und der Wirtschaft zu verschleiern.
  14. Man baue ein System von Desinformation und Fake News auf, um die Menschen in die falsche Richtung zu lenken.
  15. Sobald 1 bis 14 durchgeführt wurden, starte man wieder bei 1 und produziere mehr von demselben.

Und was ist der beste Weg sich vor dem grössten Risiko in der Geschichte der Weltwirtschaft zu schützen?

Physische Wertgegenstände, im direkten Besitz eines Investors reduzieren das Risiko. Hierzu zählen Liegenschaften, Ackerland, Wald, oder z.B. Industriemetalle. Für die meisten Menschen ist es unpraktisch, im Besitz solcher Wertgegenstände zu sein. Dafür ist der perfekte Vermögensgegenstand als Versicherung gegen die Risiken im Finanzsystem natürlich Gold oder Silber – ausserhalb des Systems gelagert, vorzugsweise ausserhalb des Landes, in dem man wohnt.

Jetzt ist der Moment, Fake News und gefälschten Vermögen zu misstrauen. Nur echte Vermögensgegenstände geben Schutz.

Posted in All publications.